Webdesign-Blog

26. Oktober 2012

Die Apostrophenkatastrophe

Seit Jahren begegnet es mir, beim Einkaufen in der Stadt, sehr häufig in Internetforen großer Zeitungen, leider auch regelmäßig auf Webseiten: die falsche Pluralbildung mit Apostroph-s. Es wimmelt hierzulande von PC’s und LKW’s, von Opi’s und Fan’s, wichtigen Info’s und coolen Link’s.

Die Apostrophenkatastrophe

Auch ich habe von studierten Leuten des Öfteren Texte mit dem liebevoll „Deppenapostroph“ genannten kleinen Ärgernis bekommen und wurde später, als die Webseite fertig war, ermahnt „…dass vor dem ’s‘ doch das Apostroph fehle…“. Was anscheinend die wenigsten wissen: der Plural wird im Deutschen durch Anhängen eines ’s‘ ohne Apostroph gebildet, es muss also PCs, Infos, Links etc. heißen.

 

It’s cooooooool…

Gut, ich will nicht oberlehrerhaft erscheinen, jeder macht Fehler, ich natürlich auch. Aber die Ignoranz und die fast schon epidemische Ausbreitung dieser Unart finde ich bemerkenswert. Es scheint frei nach dem Motto „wieso, schreiben doch alle so?“ zu gehen, die Fehler kopieren sich so von Seite zu Seite.

Oder man denkt in die Richtung „das sieht Englisch aus, Englisch ist cooooooool“. Ich habe auch schon die Begründung gehört, dass, Zitat: „seit der Rechtschreibreform niemand mehr genau weiß, wie etwas geschrieben wird und jetzt sowieso alles egal wäre“.

Nicht’s leichter als das

Vor Jahren, als ich mir selber bei einem Text nicht sicher war, ob es nun CD’s oder CDs heißt, und ich erstmals auf das Problem aufmerksam wurde, erfuhr ich auf Seiten wie deppenapostroph.info oder apostrophitis.de, welche erschreckenden Ausmaße die Apostrophenkatastrophe bereits damals angenommen hatte. Besuchen Sie bitte einmal diese Seiten, falls Sie Gelegenheit dazu haben, es ist schon erstaunlich, wie „kreativ“ manche Leute sind - um es einmal höflich auszudrücken.

Und es gibt noch viele weitere Spielarten der „Apostrophitis“, da wäre das „nicht’s“, die „Hit’s des Sonntag’s“ oder - ganz originell, der „Bauer‘n hof“. Im letzteren Fall ist zusätzlich auch noch ein „Deppenleerzeichen“ eingebaut.

 

Immer Ärger mit den Geschäftsbedingungen

Mein Lieblingsfehler im Netz, auch bei sonst sehr tollen Seiten, sind aber eindeutig die AGB’s; das ist gleich doppelt falsch, heißt es doch ausgeschrieben „Allgemeine Geschäftsbedingungen“, ist also bereits plural. Richtig wäre demnach schlicht AGB, aber das klingt für die meisten anscheinend zu unspektakulär. Googeln Sie einmal nach „AGB’s“, Sie werden staunen. Ich komme (Stand: Oktober 2012) auf über 10 Millionen Einträge…

http://www.google.de/search?q=%22AGB’s%22

Also, zur Klarstellung: im Büro stehen PCs, auf den Straßen fahren PKW und LKW und vor dem Herunterladen von MP3s aus dem Internet gab es CDs. In den Clubs spielen die DJs samstags- und sonntagsmorgens nichts als bekannte Hits, während der Bauer auf dem Bauernhof schon die Kühe gemolken hat. Alles klar?